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Warum alles an dir hängen bleibt...

Aktualisiert: 22. Dez. 2023




und wie du das änderst!


Du bist am zweifeln, weil ständig alles an dir hängen bleibt? Wenn du keinen Zahnarzttermin für EURE Kinder machst, macht es keiner. Du hast alle Termine im Kopf und planst vom Aufstehen bis hin zum Urlaub alles. Feierabend kennst du nicht, 24/7 bist du Mama.


Wenn dein Partner von der Arbeit kommt, muss er sich erstmal erholen, also geht er in den Sport oder zu seinen Kumpels, weil er ja "einen Ausgleich braucht" - aber was du brauchst, das fragt keiner.


Hast du endlich mal Zeit für dich, ein Wochenende mit deinen Mädels, sagen alle, wie toll es ist, dass er mal Babysittet (EURE KINDER!!!) und dich ja so tolle unterstützt. Trotzdem hast du ein schlechtes Gewissen und ständig klingelt das Handy, weil er die Gummistiefel der kleinen nicht findet oder fragt, wo die Pflaster liegen.


Wenn er auf EURE Kinder aufpasst, ist das nicht Babysitten, sondern Parenting!

Frau - I feel you! Du bist nicht alleine. Atme erstmal tief ein und bewundere mal dein Durchhaltevermögen. DU. BIST. EIN. FUCKING. BADASS! Du reist alles, bringst deine Kids durch den Tag und schaffst es nebenher noch, nicht durchzudrehen. Und selbst wenn du durchdrehst, du bist wieder sofort am Start - Feier dich bitte dafür! Du bist ein Wunderwerk der Natur und hast einen oder mehrere MENSCHEN produziert! In dir ist Leben gewachsen und du hast es unter Schmerz und Tränen zur Welt gebracht. BÄM!


Mental Load

Was ich oben beschrieben habe, nennt man auch Mental Load. Also eine mentale Last, unter der sehr viele Leiden. Es sind diese winzigen Aufgaben aus Mitdenken, Dinge organisieren, planen, erinnern und den Überblick behalten.


Wie kommt das?


Es gibt Forschungen, die zeigen, dass wir nicht erledigte Aufgaben länger im Gedächtnis behalten, als solche, die wir erledigt haben. Das heißt, neben unserem täglichen Ablauf haben wir Dinge im Kopf, die noch zu tun sind oder bald anstehen. Unser Kopf ist damit ständig beschäftigt.


Stell dir einen Rucksack vor, der eigentlich leer sein sollte und in dem du deine täglichen Aufgaben als kleine Steinchen sammelst. Wenn dieser Rucksack zu Beginn des Tages schon über die Hälfte gefüllt ist, fällt es dir zum einen schwer, voran zu kommen - du spürst die Last der Aufgaben auf deinen Schultern - und zum anderen musst du deine täglichen Aufgaben dann trotzdem irgendwie regeln, im schlimmsten Fall jonglierst du mit den restlichen Steinen.


Warum Mental Load entsteht

Gerade in Beziehungen mit Kindern bleibt sehr viel an der Frau hängen. Auch Männer können betroffen sein, keine Frage. Aber in der Regel (ja, das Wortspiel war beabsichtigt), trifft es Frauen. Das liegt u. a. an der Sozialisation: Frauen kümmern sich eben. Wir werden darauf geprägt, für die Familie verantwortlich zu sein. Egal ob Frau arbeiten geht oder nicht - der Haushalt und andere Tätigkeiten müssen trotzdem erledigt werden.


Frauen wenden pro Tag durchschnittlich 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit wie Kinderbetreuung und Hausarbeit auf.

Und das war VOR Corona.


Weiter ist auch unsere Gesellschaft nicht unbeteiligt: Wenn der Papa sich kümmert, nennt man es Babysitten und Unterstützung. Für eine Arbeit die du wohlgemerkt ohne weiteren Kommentar oder Anerkennung machst. Wenn du Arbeiten gehst als Mutter, bist du eine Rabenmutter. Wenn du nicht arbeiten gehst, eine Helikoptermama. Wie du es machst, machst du es falsch.

Ich könnte hier jetzt noch Milliarden von Beispielen bringen. Wie der Arzt, der zu dem Vater sagt, dass "die Mutter dann drauf achten soll, dass das Kind das Pflaster nicht abmacht" oder die Erzieherin mit dem Papa telefoniert: " Wir konnten Ihre Frau nicht erreichen, leider muss ihr Kind abgeholt werden. Sagen Sie Ihrer Frau Bescheid?"


Ich denke, es ist klar. Es gibt viele Gründe, warum wir Frauen unter Mental Load am häufigsten leiden. Aber die gute Nachricht ist: Wir können das ändern!


Was du tun kannst

Es ist nicht "artgerecht" dass sich zwei Erwachsene um einen Nachwuchs kümmern. In der Vergangenheit hat das die Sippe bzw. das Dorf gemeinsam getan. Also ist es absolut natürlich, dass das EINE einzige Frau überfordern kann.


Du kannst nun folgendes tun:


  1. Binde deinen Partner ein: Macht Bereiche aus, um die ihr euch jeweils kümmert. Das kann zum einen die Terminvereinbarung für Ärzte sein, zum anderen Kindergeburtstage, auf die euer Kind eingeladen ist. Das hat auch den Vorteil, dass sich dein Partner auch tatsächlich mit eingebunden fühlt. Viele Aufgaben werden übernommen bzw. abgegeben, ohne darüber nachzudenken. Klärt für euch, wer welche Aufgaben machen möchte und teilt sie entsprechend auf.

    1. sprecht regelmäßig über die Aufgaben. Macht am besten einen wöchentlichen Termin, in dem ihr die Dinge plant, die in der kommenden Woche anfallen

    2. Kontrolliert regelmäßig, am besten einmal im Monat, ob ihr im vergangen Monat tatsächlich für beide zufriedenstellend die Aufgaben verteilt habt. So ein Rückblick kann extrem hilfreich sein, um auch nicht wieder in alte Muster zu fallen.

    3. Schreibt eure Stunden auf! 40 Stunden Bürojob, vs. 20 Stunden Büro und Car Arbeit: Meist kommt doch gut was zusammen. Feierabend in der Kinderbetreuung gibt es nicht.

  2. Setz Prioritäten: Muss die Wohnung tatsächlich blitz-blank sein? Wem ist das wichtig? Reicht vielleicht auch ein gekaufter Kuchen für den Kuchenbasar oder muss es ein selbstgemachter sein?

  3. Me-Time: Plane und nimm dir Zeit für dich. Ich kann das gar nicht oft genug sagen: Wenn es DIR scheiße geht, kannst du nicht die Mutter sein, die du sein möchtest. Wir fahren unter Stress schneller aus der Haut, haben einen kürzeren Geduldsfaden und erschöpft sind wir schlechter belastbar.

  4. Pärchen-Time: Auch als Paar solltet ihr euch nicht verlieren. Plant daher auch hier regelmäßig Möglichkeiten ein, eure Zweisamkeit genießen zu können.

  5. Gib ab: Ich weiß, wie schwer es manchmal sein kann, Aufgaben abzugeben. Gerade was Haushalt angeht, macht es dein Partner vielleicht anders oder "falsch". Klärt eure Standards und was euch beiden wichtig ist und gib ab. Lass ihn Aufgaben übernehmen. Packe KEINE Tasche, wenn er auf den Spielplatz geht, sondern lasse ihn Wickeltasche und Co. packen. Es klingt bescheuert und banal, aber wenn du ihm immer wieder Dinge abnimmst, hat er sie schlicht nicht auf dem Schirm. Er ist erwachsen und bekommt die Dinge auch ohne dich geregelt.

  6. Hör auf, dich zu vergleichen. "Andere bekommen es doch auch hin." - Lass das. Du siehst drei Prozent vom Leben anderer. Wenn dort die Bude geputzt ist, weißt du nicht, ob eine Haushaltshilfe da war oder eine andere Unterstützung. Du siehst nicht, wenn sich die andere Mama in den Schlaf weint, weil sie absolut drüber ist. Du siehst auch den Streit nicht, den die beiden Zuhause führen. Und: Es bringt dir auch absolut nichts, dich zu vergleichen - außer Druck, den du eh schon hast.

Beginne, für dich und dein Leben Verantwortung zu übernehmen und komme raus aus der Opferrolle.

Ich weiß, dass du toll bist und eine wundervolle Frau. Anders würdest du diesen Artikel überhaupt nicht lesen wollen. Also möchte ich dir an dieser Stelle nochmal bewusst machen: Du hast dein Leben in der Hand und kannst unglaublich viel darin ändern. Und ich bin sicher: Egal was kommt: Du rockst das!


Das waren meine Tipps für dich gegen Mental Load.


Deine Bianca

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